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Beten und Danksagung

Außerdem ist ein Vater und oder Mutter nicht auf die Bitten seiner Kinder angewiesen. Er ist wie die Sonne und gibt und gibt und gibt… .

Weshalb also sollen wir nun Bitte und Danke sagen, wenn wir etwas möchten, oder erhalten haben???

Man könnte nun meinen, dass dies eine Indoktrination der Kirche ist und ihr die Verantwortung zuteilen.

Sicher ist dies auch zu einem Teil so.

Spirituell gesehen liegt dem aber ein ganz simples und dennoch sehr wichtiges Prinzip zu Grunde.

Bitte und Danke sind die Türöffner um tatsächlich etwas in unser Leben zu ziehen. Jedoch anders als vielleicht gedacht.

Erst dadurch, dass ich bitte, findet in mir eine Öffnung, eine Art Bereitschaft statt. Erst dadurch bin ich überhaupt in der Lage, für etwas bereit zu sein: Es ist ähnlich wie bei einem Suchtkranken. Erst wenn er vor sich selbst das Problem zugibt und dann um Hilfe bittet ist er überhaupt bereit, Hilfe anzunehmen.

Es geht also darum in sich eine innere Bereitschaft zu erreichen.

Allerdings geht es darum aus tiefstem inneren, also von ganzem Herzen zu bitten. Es geht darum mit Gefühl, wenn man will mit einem demütigen Gefühl zu bitten. Ist das Gegenteil der Fall, also Hochmut, Arroganz oder Wut, dann ist keine innere Bereitschaft vorhanden. Das Herz symbolisiert das Leben, also muss ich mit meinem ganzen Leben hinter der Bitte stehen. Ist auch nur ein Teil in mir der das nicht tut, sabotiere ich mich also selbst, wird die Bitte zu nichts weiter führen, als zu Frust.

Es geht also nicht um religiöse Inhalte

Gut, die Bereitschaft ist also vorhanden, wenn ich von ganzem Herzen Bitte, dann bin ich offen, zu empfangen.

Das Empfangen nun ist aber nur die eine Hälfte.

Wenn ich etwas bekomme, dann habe ich noch nicht wirklich etwas davon Beispiel:

Flutkatastrophe. Die Menschen sitzen auf ihren Dächern und warten darauf gerettet zu werden. Ein Pärchen sitzt auf dem Dach und bittet darum gerettet zu werden und hätte gern einen Hubschrauber zur Rettung. Da kommt ein Boot vorbei und will sie mitnehmen, doch sie steigen nicht ein sondern sagen, dass sie auf einen Hubschrauber warten. Das Ende vom Lied ist, dass sie ertrinken. Sie warten hochmütig und arrogant auf eine ganz bestimmte Rettung. Ihre Bitte zur Rettung wurde erhört, doch sie lehnten ab. Es fehlte eine ganz bestimmte Eigenschaft: Das Annehmen.

Wenn ich also etwas bekomme, dann nützt es nur dann etwas, wenn ich das was ich erhalte auch annehme.

Wenn ich von ganzem Herzen danke sagen kann, dann habe ich das erhaltene auch angenommen.

Der Dank ist also die zweite Hälfte.

Bitte und danke sind also beide notwendig, wenn ich etwas in mein Leben ziehen möchte.

Nicht der Schöpfergeist braucht unser Bitten und danken.

Wir benötigen sowohl das Bitten und Danken.

Ab diesem Punkt ist dann „nur“ noch eins zu tun: Ich muss auch glauben, oder noch besser der festen Überzeugung sein, oder noch besser wissen, dass das was ich erbitte schon vorhanden ist. Dann wird es auch eintreten.

Dies hängt alles miteinander zusammen:

BITTEN, DANKEN und WISSEN (bzw. glauben, oder überzeugt sein).

Fürs Aikido heißt dies in etwa:

Angrüßen und verbeugen = BITTEN

Mit dem Anderen üben ohne dem Anderen die Schuld zu geben, wenn etwas nicht funktioniert, das ist das

Annehmen = DANKEN

Mit den entsprechenden Bildern im Kopf die Technik ausführen. Also die Vorstellung wie die Übung und auch das Ende der Übung Aussieht, die Übung ausführen mit dem Vertrauen auf die Technik und auch in mich selbst, also ohne den geringsten

 Zweifel = WISSEN

Bei einem Angreifer ist das Wissen um den Ausgang ausreichend und das Mitgefühl für den Angreifer ausreichend.

Man sollte ihn sehen wie ein kleines Kind, das einen Fehler macht. Dann sind wir in der Demut.