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Das sogenannte EGO

 

Ego heißt Ich. Soweit so gut.

Was, wie ich finde, seltsam anmutet ist das, wenn es um christliche oder allgemein spirituelle Themen geht, immer wieder die lateinische Sprache bemüht wird.

Woran liegt das wohl?

Jesus ist wir wir alle wissen im Judentum zu Hause.

Allerdings hatten die Römer ihre Fühler über die ganze Erde ausgestreckt. So auch in Israel.

Und obwohl Jesus der Christus ein Jude war, haben die Römer das Christentum für sich beansprucht. Und das trotzdem sie die Christen verfolgt, gefoltert und getötet haben.

Spricht man heute vom Christentum, so wird im allgemeinen die katholische Kirche bzw. der Vatikan gemeint.

Gerade dieses Christentum wettert ganz entschieden gegen das EGO. Deshalb denke ich sollten wir uns ein wenig Muße nehmen, um dies einmal zu beleuchten.

Wie gesagt, bedeutet das Wort EGO: Ich.

Dieses sogenannte Ich scheint also etwas ganz unangenehmes zu sein.

Ein Menschlicher Geist, der sich seiner selbst bewusst ist, betitelt sich als Ich. Das bedeutet, dieser Mensch hat ein Bewusstsein für den Geist entwickelt, der sich in just diesem, seinem Körper befindet.

Er definiert sich also über diesen Körper.

Er ist schlank oder dick. Er ist schön oder hässlich. Er ist schlau oder dumm. Er ist sympatisch oder unsympatisch.

Er ist gern gesehen oder eben nicht.

Das Ich oder das EGO definiert sich immer im Vergleich mit anderen.

Im Vergleich mit anderen bin ich aber entweder besser oder schlechter.

Dies aber liegt daran, dass das Ich (EGO) sich des eigenen göttlichen Ursprungs nicht bewusst ist.

Im göttlichen gibt es kein besser oder schlechter, sondern lediglich ein es ist.

Es ist so oder so. Das ist aber weder schlecht noch gut. Es ist eben, so oder so.

Das ich hingegen will sich aber immer hervorheben, etwas besonderes sein.

Das göttliche jedoch will nur eins: SEIN.

In der göttlichen Schöpfung gibt es nur eins: Das SEIN oder, das LEBEN.

In der Schöpfung sind wir alle eins. Wir sind alle miteinander verbunden.

Als Mensch erfahren wir uns als Individuum. Wir erfahren uns als getrennt von allen anderen, also auch von der göttlichen Schöpfung. Genau dies ist unser Dilemma.

Würden wir von Anfang an gelehrt bekommen, dass die gesamte Schöpfung eins ist, dann würden wir uns auch mit allem eins fühlen. Wir würden die Liebe fühlen und das All Eins Sein.

Allerdings wären wir uns dessen auch nicht bewusst.

Bewusst werden wir uns dessen erst, wenn wir auch etwas anderes kennen gelernt haben und dadurch vergleichen können.

Wir wissen erst dann etwas zu schätzen, wenn wir es verloren und dann wieder gefunden haben.

Insofern ist es vielleicht ganz nützlich, erst ein Ego zu haben und es dann zu überwinden, zugunsten der bewussten All-Einheit.

Das Ego als solches empfindet sich als getrennt von allem, also auch von der All-Einheit.

Das Ich (Ego) zu überwinden, bedeutet die Getrenntheit von der Schöpfung zu überwinden.

Das EGO nimmt sich nicht mehr als Teil des Gesamten wahr, sondern als Einzelwesen.

Dadurch beginnt der Konkurrenzkampf, das "besser, schöner, reicher" sein wollen als andere.

Es geht also darum, wieder ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass wir alle Teil, aber eben nur ein Teil, der Schöpfung sind und nicht für uns selbst existieren.

Die gesamte Christenheit redet immer davon, das EGO loszuwerden, ohne zu wissen, was das Ego überhaupt ist.

Sehr wohl kann ich etwas für mich haben wollen, für mich tun wollen.

Das hat noch nicht notwendigerweise etwas mit dem EGO zu tun.

Der springende Punkt ist jedoch der, dass egal was ich will oder tue, es niemals gegen andere gerichtet ist.

Die Frage ist eher die, was allen dient.

Das ist der feine aber bedeutende Unterschied.

Alles sollte auch immer allen dienen.

Alles für mich aber niemals gegen andere.

Das Ich (EGO) sieht sich ja getrennt von der Schöpfung, braucht folglich einen eigenen Wert, den Eigenwert.

Das Selbst ist sich ja der Zugehörigkeit zur Schöpfung bewusst und weiß um den Wert der Selben.

Denn der Wert der Schöpfung ist die Liebe, also das Leben.

Das Selbst braucht keinen Wert, da es der Wert Selbst, also an sich , ist.

Die Schöpfung, die Liebe, das Leben ist der einzig reale für uns wirklich maßgebliche Wert.